Grundlagen

Kalkfilter – Haus- & Trinkwasserfilter

Kalkfilter – Die meisten Menschen kennen es: Hässliche Wasserflecken in Küche und Bad, Kalk im Wasserkocher, poröse Schläuche und kaputte Waschmaschinen. All dies hat mit der sogenannten Wasserhärte zu tun.

Die Wasserhärte wird in Deutschland in drei Kategorien eingeteilt: Weich, mittel und hart. Die durchschnittliche Wasserhärte beträgt hierzulande 16° dH. Das heißt, dass das Wasser in Deutschland in den meisten Teilen zu hart ist.

Verantwortlich für die Härte im Wasser sind die Härtebildner Kalzium und Magnesium.

Überblick Wasserhärte in den verschiedenen Bundesländern

Bundesland Durchschnittliche Wasserhärte
(Quelle: http://www.wasserhaerte.net/deutschland/index.html)

  • Brandenburg 17° dH
  • Berlin 17° dH
  • Baden-Württemberg 15° dH
  • Bayern 17° dH
  • Bremen 8° dH
  • Hessen 16° dH
  • Hamburg 16° dH
  • Mecklenburg-Vorpommern 18° dH
  • Niedersachsen 14° dH
  • Nordrhein-Westfalen 14° dH
  • Rheinland-Pfalz 14° dH
  • Schleswig-Holstein 14° dH
  • Saarland 11° dH
  • Sachsen 10° dH
  • Sachsen-Anhalt 22° dH
  • Thüringen 18° dH

Wie funktionieren Kalkfilter & andere Systeme

Filtersysteme arbeiten u.a. mit Ionenaustauschern, die die Härtebildner Kalzium und Magnesium gegen Natriumionen austauschen.

Die Systeme mit Ionenaustausch funktionieren mit Tauscherharz. Das Wasser fließt durch den Tank, der mit diesem befüllt ist und gibt die härtebildenden Ionen ab und nimmt gleichzeitig Natriumionen auf um ein gewisses Gleichgewicht zu bewahren.

Kalkfilter Brita
Filtersysteme arbeiten u.a. mit Ionenaustauschern

Andere Filtersysteme verwenden Techniken, bei der die Kalziumionen durch einen Katalysator aus dem Wasser entfernt werden, die sogenannte heterogene Katalyse. Bei der heterogenen Katalyse wird der Kalk als Kristall gebunden und kann sich so nicht mehr an der Wasserleitung oder anderswo absetzen.

Am häufigsten eingesetzt werden aber die oben erwähnten Ionenaustauscher. Diese werden meistens direkt an die Wasserversorgung des Hauses montiert. Es gibt sie aber auch als kleinere Variante für die Montage direkt unter einen Wasserhahn.

Die Umkehrosmose ist ein Verfahren, dass viel Trinkwasser verbraucht. Dabei wird das Trinkwasser durch eine Pumpe mit hohem Druck durch eine Membran gedrückt, die von Kalzium- und Magnesium nicht durchdrungen wird. Diese Methode entzieht dem Wasser aber fast alles an Mineralstoffen, so dass dies eine Remineralisierung erforderlich macht.

Es gibt auch Verfahren bei denen die Kalkablagerungen mit Strom beseitigt werden. Diese Methode wird in den unten genauer beschriebenen Hauswasserfilteranlagen verwendet.

Hartes & weiches Wasser

Je mehr Kalk im Wasser, desto höher der Härtegrad. 16° dH, heißt zum Beispiel, dass die Wasserhärte 16 Grad deutscher Härte beträgt und hier besonders viel Kalk im Trinkwasser enthalten ist. Ab 14,6° dH wird nämlich von dem härtesten Bereich gesprochen.

Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Süddeutschland und auch die Region Köln-Bonn haben am meisten mit hartem Wasser zu kämpfen.

Nach der Wasserenthärtung liegt die Wasserhärte meist bei 4 – 7° dH. Jetzt wird von weichem Wasser gesprochen. Dieses hinterlässt keine hässlichen Flecken und Ablagerungen mehr und schmeckt zudem auch noch besser.

Woran erkenne ich hartes Wasser?

Hartes Wasser äußert sich in Kalkablagerungen in Küche und Bad, lässt Waschmaschinen, Spülmaschinen, Wasserkocher und Kaffeemaschinen schneller kaputt gehen, macht mehr Arbeit und verbraucht mehr Energie.

Auf den Waschmittelpackungen z.B. wird darauf hingewiesen, dass je nach Wasserhärte mehr Pulver benötigt wird.

Nachteile von hartem Wasser auf einem Blick:

  • hässliche Kalkablagerungen
  • lästiges Entkalken von Wasserkocher und Kaffeemaschine
  • kaputte Elektrogeräte; nicht nur die Kaffeemaschine auch die Waschmaschine, etc. leiden unter hartem Wasser
  • größerer Energieverbrauch
  • sprödes Haar
  • trockene Haut
Kalkfilter TAPP 1
Der Filter für den Wasserhahn

Vorteile von weichem Wasser:

  • Wasser schmeckt besser und ist bekömmlicher
  • fühlt sich besser an
  • keine Kalkablagerungen mehr, weniger Schrubben
  • geringerer Waschpulververbrauch (bis zu 50 % weniger)
  • technische Geräte und Wasserleitungen gehen nicht so schnell kaputt, vor allem Waschmaschinen, etc.

Daran lässt sich schon ersehen, dass Kalkfilter durchaus sinnvoll sind.

Kalkfilter können einem helfen, die oben erwähnten lästigen Kalkflecken in Küche und Bad zu vermeiden und auch das Trinkwasser schmackhafter und bekömmlicher zu machen.

Es gibt sie in den verschiedensten Varianten und mit verschiedenen Wirkmethoden.

Welcher Kalkfilter ist der richtige?

Welcher Kalkfilter der richtige ist, hängt davon ab, wie teuer er sein darf und was das Ziel ist.

Soll das Wasser zur Teezubereitung nur schmackhafter gemacht werden oder soll im ganzen Haus der Kalkgehalt des Wassers reduziert werden? Für ersteres reicht ein Tischfilter, der das filtern des Wassers sehr einfach macht.

Das Wasser wird oben herein gegossen und kommt unten gefiltert wieder raus. Von den verschiedenen Filtersystemen ist dieses also das einfachste.

Brita Wasserfilter „Marella Cool blau“

Marella Cool blauEin schönes Beispiel eines solchen Tischfilters ist der Brita Wasserfilter „Marella Cool blau“, den es in verschiedenen Farben bei Amazon gibt.

Er befreit das Trinkwasser aus der Wasserleitung nicht nur vom Kalk, sondern auch von Chlor, Blei und Kupfer. Sehr praktisch ist die Form, da er dadurch in die Kühlschranktür passt und das Wasser jederzeit gefiltert zur Verfügung steht.

Im aktuellen Test schnitt Brita mit sehr gut ab.

TAPP-Wasserhahnfilter

Um Kalkablagerungen zu vermeiden sollte zu einem der Filtersysteme übergegangen werden, die direkt unter oder als Aufsatz an den Wasserhahn montiert werden.

TAPP Filter für den WasserhahnSo zum Beispiel:
Der beseitigt der Tapp-Wasserhahnfilter mit der Aktiv-Kohle-Technologie Chlor, Kalk und Schwermetalle. Durch die große Oberfläche der Aktivkohle werden Schadstoffe aus dem Wasser angelagert.

Große Wirkung, dabei wird dieser Aufsatz nur am Wasserhahn montiert. Der Tapp 1 hilft außerdem dabei Plastikabfall zu vermeiden, da keine Flaschen mehr benötigt werden, was auch Geld und Schlepperei spart.

Die Filterkartuschen haben eine Lebensdauer von zwei bis drei Monaten und lassen sich mit Hilfe einer App überwachen.

Duschfilter Hzwo STANDARD

Kalkfilter Duschfilter hzwo Standard
Keine Hautreizungen, Schuppen & Juckreiz mehr!

Vor allem auch in der Dusche sind Kalkablagerungen ein bekanntes Thema. Nicht nur, dass der Duschkopf irgendwann nur noch tröpfchenweise Wasser aus der Wasserleitung ausspuckt, sondern kalkhaltiges Wasser ist auch noch schädlich für Haut und Haare.

Es kann zu Hautreizungen, Schuppen und Juckreiz führen. Für dieses Problem hat Hzwo die passende Lösung: Hzwo sorgt für reines Wasser beim Duschen und wirkt trockener Haut und strapaziertem Haar entgegen.

Es filtert wie auch die anderen Filter nicht nur Kalzium und Magnesium, sondern auch Chlor, Fluor, Schwermetalle und andere Schadstoffe. So werden Kalk-Ablagerungen verhindert und der Putzaufwand verringert.

Außerdem ergibt sich hier auch eine Kostenersparnis; durch das weichere Wasser sinkt nämlich der Verbrauch an Shampoo und Duschgel.

Die einfache Montage sorgt sogar dafür, dass dieses Wasser-Filter-System auch für Wohnmobile und Boote geeignet ist.

Der Filter hält bis zu 6 Monate.

Die Kompaktlösung – Hauswasserfilter

Sollen auch Wasch- und Spülmaschinen geschützt werden, bleibt nur die Installation eines Kalkfilters am Hausanschluss. Hauswasserfilter für den Hausanschluss werden direkt hinter der Wasseruhr installiert. Sie sorgen dafür, dass keine Schwebstoffe, wie Rostteilchen und Sandkörnchen durch die Wasserleitung in das Wasser gelangen. Bekannte Hersteller sind beispielsweise Grünbeck oder BWT Wassertechnik Schriesheim.

Für diesen Zweck besteht die Pflicht zum Einbau bei Neubauten seit 1988. Welche Filtersysteme verwendet werden ist demnach egal. Hauptsache sie erfüllen ihren Zweck. So ist es möglich gleich einen zu nehmen, der auch ein Kalkfilter ist.

Diese Systeme müssen hinter dem Wasserzähler montiert werden, das aktuelle Prüfsiegel tragen und sind nur vom Installateur einzubauen. Es gibt zwei Bauformen: rückspülbare und nicht rückspülbare Filter.

Rückspülbare Filter können auf Knopfdruck saubergespült werden, für die nicht rückspülbaren Hauswasserfilter muss regelmäßig (meist alle sechs Monate) der Fachmann rauskommen und den Filtereinsatz auswechseln.

Keine Nachrüstpflicht

Eine Pflicht alte Gebäude nachzurüsten besteht zwar nicht aber ist unter den o.g. Gesichtspunkten doch sehr sinnvoll. Nicht nur wegen eventuell vorhandener alter Rohrleitungen, sondern eben auch wegen der Wasserenthärtung.

Ein bekannter Hersteller von diesen Hauswasserfiltersystemen ist z.B. BWT, der die neueste Technologie für das filtern von Wasser verwendet. BWT ist ein Spezialist für die Wasserenthärtung und bekam 2012 sogar den Plus X Award, den weltgrößten Innovationspreis für Technologie.

Im Test hat auch der Rückspülfilter von diesem Hersteller gut abgeschnitten. Die Qualität der Rückspülfilter ist ebenfalls sehr wichtig für eine gute Wasserqualität.

Noch nicht ganz so bekannt ist die Entfernung von Kalkablagerungen mit elektrischen Impulsen. Der Hersteller Hydroflow verspricht Kalkschutz und Kalkabbau im gesamten Leitungsnetz durch Wechselstrom.

Auch schon bestehende Kalkablagerungen werden durch dieses System abgebaut. Durch die Impulse werden diese aufgeweicht und nach und nach weggespült.

Es verwendet keine Chemie, sondern energiesparende Induktionstechnologie. Dadurch ist sie umweltfreundlich und nachhaltig. Dem Wasser werden keine Mineralien entzogen. Dabei ist es leicht und schnell zu montieren und bedarf keiner Wartung und Bedienung.

Es gibt Geräte für Ein- und auch für Mehrfamilienhäuser egal welcher Art die Rohre sind. Dadurch, dass die Impulse induziert werden, also berührungslos übertragen werden, spielt die Beschaffenheit der Leitungen keine Rolle.

Fazit

In Deutschland ist das Wasser von hervorragender Qualität und aus gesundheitlicher Sicht sind Kalkfilter höchstwahrscheinlich nicht nötig.

Allein des guten Geschmacks wegen lohnt sich jedoch ein kleiner Tischfilter, Haut und Haaren zuliebe ein Filter an den Wasserhähnen und am Duschkopf und der Technik zuliebe ein Hauswasserfilter mit Enthärtungseffekt.

Dabei sollte auf Qualität geachtet werden und die verschiedenen Angebote gut verglichen. Helfen können da die verschiedenen Testberichte der unterschiedlichen Produkttester.